Zur Neuausgabe: Hochzeitsreise, Kamerun, Neralc ||| kleiner Auszug aus der Herausgeber-Vorbemerkung 2026

AUS DEM VORWORT DES HERAUSGEBERS im Jahr 2026: — Wir Heutzeitigen brauchen generell mündige Leserinnen und Leser, die in der Lage sind, sich selber eine (relativ) abgesicherte Meinung zu bilden, weil sie über ein gutes „Vorinformations-Paket“ zu vielen Fragen von Welt und Leben verfügen. Auch über essentielle Dinge wie Mitgefühl und Humanität. Zudem über eine Idee von Völkerverständigung. Wir brauchen zugleich auch Lesende, die gern richtige Fragen stellen und sich dabei nicht so leicht beeinflussen lassen. Menschen, die über Fake-News hinausdenken.

AUS DEM VORWORT DES HERAUSGEBERS im Jahr 2026: — Manipulation? Das ist ein großes Thema in der Internet-Zeit bzw. in der wohl länger andauernden Epoche von den eher kurzen Videos, Stichworte: TikTok oder YouTube, wo irgendetwas behauptet wird. Nachdrücklichst, eindringlich, manipulativ, frech. Nun kommen zudem KI-Videos auf, Fälschungen, die wahr erscheinen. Mit denen Menschen hochgekocht werden, aufgeputscht. Desinformiert zudem. Aber dadurch (manipulierte Bilder) wird alles eben nicht wahr.

AUS DEM VORWORT DES HERAUSGEBERS im Jahr 2026: — „Behaupten“ macht noch nicht Wahrheit – das hingegen schaffen nur Nachdenklichkeit, Recherche und auch Empathie. Radikal etwas rumzuposaunen, ist leichter, als sich in die Dinge mit Sensibilität und kritischer Distanz behutsam (und mit dem Wunsch nach aufrichtiger Ehrlichkeit) reinzudenken. Unsere Medienwelt heute tickt („tiktokt“?) da gern anders. Leider. Dazu kommen oft große, auffallende Worte, Sätze, Zeilen … wie Parolen, die plakativ auf die Video-Bilder noch daraufgesetzt werden. Gerne sind diese Videos dann „hämmernd“ und „einhämmernd“. Mir macht es Angst, zu beobachten, wie schnell man Menschen auf diese Weise in eine Richtung drücken kann. Sie anstacheln kann. Sie aufhetzen kann. Manche Leute scheinen per se vergessen zu wollen, dass es den Nationalsozialismus, böse Kriege, schlimmste Verbrechen und einen höchst grausamen, ewig unfassbaren Holocaust gab. Zudem soll es solche KI-Videos auch als letztlich anonyme Massen-Produkte geben (Text-Bild-Urheber sind dann häufig nicht mehr Menschen, die Menschen agieren nur nur noch als die Veranlasser, die ein „Start“ von Computer-Software-KI-Tätigkeiten organisieren) … bis hin zu den „Bots“, die quasi automatisiert dieses und jenes, oft nur mit schlechter Absicht, erstellen und in die Weite des Netzes posten. Mit Chat-Bots kann extra Übelstes veranstaltet werden. Wir werden es genau beobachten (müssen), über die nächsten Jahre. KI macht in der Praxis so viel Angst. Es gilt: Wir müssen als Demokraten (ich hoffe, die meisten das Buch hier Lesenden sind solche!) sehr wachsam bleiben, Schutzregularien für die neuen Medien-Erfindungen entwickeln und extra zudem noch immer die Sprache genau beobachten. Sprache spiegelt Inhalte. Sprache powert … leider auch Böses und Inhumanes.

Zwei Ausschnitte aus EINER Karte: „Aequatorial-West-Afrika“, die Karte wurde im November 1892 abgeschlossen. Oben KAMERUN-BERG und UMGEBUNG, unten sehen wir zum Beispiel die Insel „I. Fernando Poo“, die auch Jenny Neralc erwähnt, bezüglich ihrer Vorbeifahrt mit dem Schiff. — Kartograph war Kiepert, Richard, 1846-1915,  Dietrich Reimer Verlag (Berlin, Germany),  Lithographische Anstalt von Leopold Kraatz. QUELLE (PUBLIC DOMAIN): Thomas J. Bassett Maps of Africa Collection (University of Illinois at Urbana-Champaign Library). 

Im Mai kommt „Meine Hochzeitsreise in die Urwälder von Kamerun“

Jenny Neralc

MEINE HOCHZEITSREISE IN DIE URWÄLDER VON KAMERUN

Reisebericht, neu aufgelegt, heutige Schrift, Zusatztext- und Zusatzbild-Informationen

Eine wohl eher jüngere Frau geht mit dem Mann auf eine Reise nach Kamerun. Die Erzählerin schreibt: „Kamerun! Allein das Wort hatte stets einen faszinierenden Reiz auf mich ausgeübt. Von allen fremden Ländern war es stets der schwarze Erdteil, der mich am meisten anzog und von diesem wiederum Kamerun. Schon als Kind verschlang ich alle sich darauf beziehenden Reisebeschreibungen und sah ich – als Hamburgerin – Dampfer der Woermannlinie nach Kamerun ausreisen, was ich mir nicht oft entgehen ließ, konnte ich mich oft eines Tränenstromes nicht enthalten, sodaß manch’ lächelnder Blick der am Kai versammelten Menschen das kleine, dicke Mädel traf, dessen Kummer allen unverständlich war. Nie hätte ich geglaubt, daß sich mein glühender Wunsch noch dermaleinst verwirklichen würde; doch das Schicksal meinte es gut mit mir, indem es mir in meinem Lebensgefährten einen Mann zuführte, der bereits 5 Jahre Kamerun bereist, eine tiefe Liebe für dieses schöne Land empfand. Er verstand und würdigte meine Sehnsucht und überglücklich war ich, als er mir als Hochzeitsgabe eine Reise nach Kamerun versprach.“ Das Buch ist ein kurzer Reisebericht, der natürlich auch unter dem Eindruck kolonialer Gesamttöne steht. Deutschland und seine Kolonien, das scheint in gewisser Weise immer noch eine Art von Standard, 1924, bei der Publikation, trotz des deutsch-kolonialen Endes nach dem Weltkrieg II. ab 1918 ff. Entsprechend sollte man das Buch auch mit einer gewissen „fragenden Distanz“ als historisches Zeitzeugnis lesen. Zudem wird man beim Bericht der Jenny Neralc inhaltlich immer eine „Zeitbedingtheit“ (ebenso der Sprache) erkennen.

Jenny Neralc, (ein mögliches Alias für Jenny Claren), Hamburgerin, hatte in Dresden an einem 4. September geheiratet, fuhr aber drei Tage danach bereits nach Hamburg, um mit ihrem Ehemann, einem Afrika-erfahrenen Menschen, früher tätig für die Deutsche Kolonialgesellschaft, nach Kamerun zu reisen. Es war ein Dampfschiff, erste Station Boulogne sur Mer, zweite Station Southampton. Nach neun Tagen gelangte das Schiff nach Santa Cruz, Teneriffa. Danach, in Las Palmas (Gran Canaria), geht es aber auf ein Schiff nach Madeira. Nach fünf Tagen kommt dort wieder ein Afrika-Dampfer der Woermann-Linie. Erster afrikanischer Hafen war Conacry in Französisch-Guinea, nächster Hafen Monrovia in Liberia. Es folgten die Häfen Grand Bassam und Cap Coast Castle. Unweit der Landungsbrücke von Lomé in „Deutsch Togo“ ging das Schiff vor Anker. Es kam noch Lagos (Nigeria) vor dem eigentlichen Ziel der Reise: Kamerun.

Ausschnitt aus dem Ur-Cover-Bild von 1924, Bild vom Künstler Naethe, es könnte sich dabei um Karl Naethe handeln.

Roman von Dennis Kornblum, „Der Eklat“, erscheint im Mai

Der umstrittene Schriftsteller Jascha Wrobel evoziert in einer Talkshow des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks einen Skandal. – Ziemlich genau neun Wochen später diskutieren der Moderator und ein Journalist namens Hagen über die Hintergründe und Auswirkungen des Vorfalls. Was ist da passiert? Welche Vorgeschichte kennt man? Die Journalistin Jasmina Lorentz hat sich in den vergangenen Jahren zur Hauptgegnerin Wrobels entwickelt, sich immer wieder über dessen disputable Aussagen zu sensiblen gesellschaftlichen und politischen Fragen empört. Dabei hat sie versucht, ihn in ein Korsett ideologischer Hetzerei und Frauenfeindlichkeit zu zwängen, und schließlich Wrobels künstlerische Verantwortung und generell seine Kompetenz in Frage gestellt. Zusätzlich hatte sie eine sehr persönliche Bemerkung zu Wrobels türkischstämmiger Ehefrau gemacht. Wenige Wochen nach Erscheinen des Artikels eskalierte die Fehde der beiden in einer legendären, dreizehnminütigen Talkshow-Livesequenz.

Dieser Roman fasst das zusammen, was wir derzeit in so vielen Teilen der Gesellschaft entdecken: Spaltung, überzogene Polarisierung, Wunden, Verletzungen, Extreme … und Ereignisse, die niemand braucht. Kornblum hat den „Skandalautor“ als Modell-Vorlage gewählt und alles in deutlichem Ton, auch bis ins wechselhafte, auch aufregende Denken des Schriftstellers Wrobel hinein, ausgeleuchtet.

Das Buch von Pascal Kosig „Wenn ein Königreich zerfällt“ kommt Anfang März 2026 = 5.3.2026 Erscheinungstag




Er ist Ende dreißig, Wahlberliner, und für das Geld in seinen Taschen und die Designerkleidung muss er nicht arbeiten. Das Leben könnte leicht sein. Wäre da nicht die Angst. Eine Angst vor Nähe, die seine 18-monatige Beziehung zum persönlichen Rekord in Sachen Intimität erhebt. Angst vor den Menschen im Allgemeinen, die jede Bahnfahrt zum potenziellen Nahtod­erlebnis geraten lässt. Dagegen führt er Drogen und Medikamente, Zynismus und unverbindlichen Sex ins Feld. Seine Umgebung hält er auf Distanz, mit klug-negativer Weltsicht, mit Abwertung. Die anderen – sie sind wahlweise nuttig oder heuchlerisch, zu meinungsintensiv oder stillos. Nach der Trennung von seiner Partnerin begibt er sich auf eine rastlose Tour durch die Republik, weg von ihr und der eigenen Existenz. Vordergründig, um Bekannte zu besuchen, rauscht er auf Tauchfahrt unterhalb des eigenen Bewusstseins an allen vorbei – unnahbar, hart im Urteil, selten nüchtern. Von einem, der auszog, sich selbst zu verlieren und die Verfolger zu verwirren. Und was ist eigentlich mit dem Wetter los?

WENN EIN KÖNIGREICH ZERFÄLLT

Manfred Haferburg im Video-Interview zu seiner Lebensgeschichte

Manfred Haferburg, im Video-Interview, 25.1.2026.

Mit Apollo News, www.youtube.com/watch?v=F4HGKbEqoWA

„So hat es in der DDR auch angefangen“, warnt der Kerntechniker Manfred Haferburg. Im Apollo News-Gespräch erzählt er seine unglaubliche Geschichte in der DDR: vom Oberschichtleiter im Kernkraftwerk Greifswald bis hin zum politischen Gefangenen in Berlin. — Das Buch dazu: „Wohn-Haft“, verfasst von Manfred Haferburg.

3.12. = TransLit: Lesung und Gespräch mit Tanja Maljartschuk (Gesprächspartner ist Antonius Weixler)

Mittwoch 03.12.2025 19:30 Uhr

Literaturhaus Köln e.V.
Großer Griechenmarkt 39
50676 Köln

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TransLit: Lesung und Gespräch mit Tanja Maljartschuk (Gesprächspartner ist Antonius Weixler)

Tanja Maljartschuk, derzeitige TransLit-Poetikdozentin an der Universität zu Köln. Sie publizierte nach Kriegsbeginn politische Essays – nun aber arbeitet sie erneut literarisch. Tanja Maljartschuk liest aus aktuellen sowie bislang unveröffentlichten Texten und spricht mit Antonius Weixler über ihr Schreiben sowie das spannungsreiche Verhältnis zwischen Literatur und Politik.

Mehr Infos unter www.translit.phil-fak.uni-koeln.de | Institut für Deutsche Sprache und Literatur I, Philosophische Fakultät der Universität zu Köln

Mittwoch, 26.11.2025, 19:00 Uhr, VS-Jahres-Lesung, Wuppertal, Zentral-Bibliothek

26. November 2025, Mittwoch, 19:00 Uhr

VS-Jahreslesung des Schriftstellerverbandes (Schriftstellerinnen und Schriftsteller) von der Regionalgruppe Bergisches Land

Mit Marina Jenkner, Jürgen Kasten, Matthias Rürup, Gudrun Tossing, Dorothea Renckhoff, Bärbel Klässner. Moderation: Sibyl Quinke.

Ort: Zentralbibliothek Wuppertal
HIER: im „Blauen Saal“
Kolpingstraße 8
42103 Wuppertal
Telefon: 0202-563-2373

Direkt-Link zu OPEN STREET MAP

HALL UND SCHALL Dichterlösung kommt!

SCHLAGWORTE | STICHWORTE
||| Lyrik | Gedicht | Wort | Wortsuche | versteckt | Wörter | Humor | Kurzgedichte |

INHALTSVERZEICHNIS
1. HADER
2. BÖLLER
3. ARMSELIG
4. ARCHE
5. SPEKTRUM
6. HERINGE
7. MARINIEREN
8. MANIEREN | LIBERAL
9. ROMAN
10. MODELLE
11. IGEDO
12. ZUNEHMEN
13. HAMMEL
14. MUMIE
15. KURZUM
16. KURZWELLEN
17.LANGWELLEN
18. HAGEL
19. ASCHE
20. MADEN
21. HAMMER
22. E-MUSIK
23. ABLASS
24. KOSTEN
25. KLAUSUR
26. LAKRITZ
27. APOSTROPHE
28. WENDUNG
29. KILOS
30. ZAIRE
31. ODESSA
32. OMAN
33. SOMALIA
34. MADEN (II)
35. LOFOTEN
36. KAMERUN
37. BLUTSERUM
38. LAUSANNE
39. ESSWÜSTE | MALEDIVEN
40. INDIANA
41. SINGAPUR
42. FREIBURG
43. BERNSTEIN
44. LIBANON
45. WANDERSCHAFT
46. NACHTIGALL
47. JAMMERLAPPEN
48. TSCHAD
49. ERNSTFALL
50. BAUER
51. HOYERSWERDA
52. VATER
53. GHANA | TSCHAD
54. LUNGENZÜGE
55. NEPAL
56. LIEBE
57. RUDER
58. ABSINTH
59. UNTERGANG | VIELLEICHT
60. WASSER | RUM
61. WINDEL
62. SEXTANTEN
63. KOTZEN
64. LASSO
65. MALESSE
66. KASTEN
67. KONTO
68. BEIRUT | WIEN
69. SCHIEFER
70. ZUCKER
71. BEGEBEN
72. BERNHARDINER
73. BRAUNSCHWEIG
74. BRAUCHTUM
75. HOLLAND | LEUTE
76. BALLAST
77. LEICHTBETON
78. ERHOLUNGEN
79. MASTGANS
80. BOYKOTTS
81. HALBINSEL | LERNTIER
82. KOMA | HERINGE | MEERFISCHE
83. ALARM
84. HERNE
85. KALANDER
86. VERKAUFT
87. DROSSELKLAPPE | AMSEL
88. DAMALS
89. EITER